Nachdem ich mich in einem anderen Thread schon ins Fettnäpfchen gesetzt habe (und das nicht unbedingt wiederholen möchte), bitte ich mal um Aufklärung von alten Hasen, welche Bereiche die Schweigepflicht der Freimaurer denn eigentlich umfasst.
1. Nicht gesprochen wird, soweit ich weiß, über das Tempelritual, seine Details und die damit im Zusammenhang stehenden Erkennungszeichen.
2. Fallen auch die Details der internen, also nicht öffentlichen Veranstaltungen unter diesen Vorbehalt? Oder kann ich einfach fragen, wie so ein "Bruder-Abend" (ist das das richtige Wort?) abläuft?
3. Tabu-Themen in der Loge sind ja offenbar Politik und Religion. Wie weit reicht dieses Tabu? Ist nur Parteipolitik gemeint? Konnten Logen-Mitglieder etwa vor 2002 über die Einführung des Euro diskutieren? Darf z.B. vor oder nach einer Papstwahl darüber gefachsimpelt werden, ob der neue Amtsinhaber zu einer friedlichen Verständigung mit den Freimaurern bereit ist?
4. Gilt dieses Schweigegebot auch außerhalb der Logen? Müssen Freimaurer etwa in der Öffentlichkeit schweigen, wenn sie - was immer wieder geschieht - von Politikern übel beschimpft und verunglimpft werden? Oder gilt dann das Prinzip "Was kümmert es die Eiche, wenn sich ein Schwein dran schubbert?"
- Letzte Frage: Was ist eigentlich der tiefere Sinn dieser Schweigepflicht? Dass die Inhalte vertraulicher Gespräche auch vertraulich bleiben, leuchtet ja unmittelbar ein. Besteht bei den formalen Geheimnissen nicht das Risiko, dass so lediglich die Neugier der Bevölkerung angestachelt wird und so die krausesten Verschwörungstheorien Nahrung erhalten?


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