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Vollständige Version anzeigen : Esperanto



Kater
30.01.2010, 17:50
Thema aus dem Thread 'Koenigliche Kunst, warum koeniglich?'
entnommen.

Sehr geehrter Penta,
ich habe mir erlaubt mit Ihrer Antwort einen neuen Thread zu eröffnen.
Vielleicht kann einer etwas zu dem Thema beitragen.



Die Plansprache Esperanto erfordert herausragende Intelligenz im Grund weniger, da sie möglichst leicht erlernbar konzeptioniert wurde, aber sie wird derzeit nur von besonderen Menschen genutzt. Die Gründe für das Phänomen vermute ich in dem durch das Schachspiel angedeuteten Effekt eines intelligenten Systems, das vorzugsweise von intelligenten Menschen genutzt wird.

Es soll Esperantisten im Umfeld der Universellen Freimaurerliga gegeben haben. Bin der Frage nicht näher nachgegangen. Steht etwas darüber in Int. Freimaurerlexikon? Liegt mir derzeit nicht vor.

Sie haben Recht!
Eugen Lennhoff / Oskar Posner
Internationales Freimaurerlexikon
Unverändeter Nachdruck der Ausgabe 1932
Amalthea-Verlag / Wien - München
Printed in Germany 1980

Seite 450 u. 451
Esperanto
"Welthilfssprache, erfunden von Dr. Zamenhof, die auch von zahlreichen Freimaurern als ein Weg zur internationalen Verständigung und als Mittel zur Völkerversöhnung betrachtet wird. Das fuhrte 1905 auf dem ersten Esperantokongreß in Boulogne zur Gründung der Vereinigung "Esperanto - Framasona". Aus dieser wurde dann die Universala Framasona Ligo", die hëutige, auf eine wesentlich breitere Basis gestellte , -Allgemeine Freimaurerliga", deren Esperantogruppe seither auf allen Esperantokongressen vertreten war (s. Freimaurer-Liga, Allgemeine) 1913 fand in Bern die erste ganz in E. abgehaltene Tempelarbeit statt, deren Ritualübersetzung von Dr. Fritz Uhlmann, Basel, stammte. In Paris besteht eine Loge "E.""




PS: Kaffee mit Schokolade und Orangengeschmack, lecker! :)
Können Sie das auch in Esperanto schreiben? :-)

irishmason
31.01.2010, 00:41
Thema aus dem Thread 'Koenigliche Kunst, warum koeniglich?'
entnommen.

Sehr geehrter Penta,
ich habe mir erlaubt mit Ihrer Antwort einen neuen Thread zu eröffnen.
Vielleicht kann einer etwas zu dem Thema beitragen.



Sie haben Recht!
Eugen Lennhoff / Oskar Posner
Internationales Freimaurerlexikon
Unverändeter Nachdruck der Ausgabe 1932
Amalthea-Verlag / Wien - München
Printed in Germany 1980

Seite 450 u. 451
Esperanto
"Welthilfssprache, erfunden von Dr. Zamenhof, die auch von zahlreichen Freimaurern als ein Weg zur internationalen Verständigung und als Mittel zur Völkerversöhnung betrachtet wird. Das fuhrte 1905 auf dem ersten Esperantokongreß in Boulogne zur Gründung der Vereinigung "Esperanto - Framasona". Aus dieser wurde dann die Universala Framasona Ligo", die hëutige, auf eine wesentlich breitere Basis gestellte , -Allgemeine Freimaurerliga", deren Esperantogruppe seither auf allen Esperantokongressen vertreten war (s. Freimaurer-Liga, Allgemeine) 1913 fand in Bern die erste ganz in E. abgehaltene Tempelarbeit statt, deren Ritualübersetzung von Dr. Fritz Uhlmann, Basel, stammte. In Paris besteht eine Loge "E.""



Können Sie das auch in Esperanto schreiben? :-)

Ich kann Englisch, Franzoesich und Spanisch in vollem Umfang, verhandlungssicher. Ich frage mich warum man eine krumme Kunstsprache schafft.:madanimat
Ich weiss, man wollte die Menschheit auf einem Level vereinen. Dies gelingt nur, wenn man die Sprache des Nachbarn sicher beherrscht und nicht ein Gestammel schafft.

Candide
31.01.2010, 01:14
Ich kann Englisch, Franzoesich und Spanisch in vollem Umfang, verhandlungssicher. Ich frage mich warum man eine krumme Kunstsprache schafft.:madanimat
Ich weiss, man wollte die Menschheit auf einem Level vereinen. Dies gelingt nur, wenn man die Sprache des Nachbarn sicher beherrscht und nicht ein Gestammel schafft.

Lieber Irishmason,

Esperanto ist weder eine "krumme Kunstsprache" noch notwendigerweise "ein Gestammel", sondern eine lebendige Sprache, die zu erstaunlicher Eleganz im Ausdruck fähig ist. Seit ich sie lerne (noch nicht allzu lang, und von Verhandlungssicherheit bin ich in ihr auch noch weit entfernt), erlebe ich die Freude an sorgfältig gesuchten Formulierungen viel häufiger als in meiner Muttersprache -- wieso? weil diese im Esperanto aufgrund der Sprachstruktur einfach viel augen- und ohrenfälliger sind und deswegen auch von jedem einigermaßen geübten Esperantisten verstanden werden; einen echten Soziolekt kann ich mir übrigens im Esperanto schwerlich vorstellen.

Das Dumme ist doch, daß wir meist nicht nur einen Nachbarn haben, sondern eben mehrere. Als Deutsche müßten wir also Französisch, Niederländisch/Flämisch, Dänisch, Polnisch und Tschechisch beherrschen, um Deinen Vorstellungen von Kommunikationskompetenz gerecht zu werden? Liegt nicht genau darin das Problem? Und sind wir nicht, selbst mit noch so guten Kenntnissen in Englisch, Spanisch etc. als Nichtmuttersprachler dem Muttersprachler an Sicherheit der Sprachbeherrschung immer unterlegen?

Ludwig Zamenhof wollte genau dieses Autoritätsgefälle im Sprachgebrauch, das automatisch entsteht, wenn eine Sprache zwischen einem Muttersprachler und einem Fremdsprachler verwendet wird, aushebeln, indem er eine Sprache schuf, die keinem autoritativ "gehört".

Gerne nächstens einmal mündlich weiter,

Candido

Penta
31.01.2010, 09:09
Können Sie das auch in Esperanto schreiben? :-)

Leider noch nicht. Aber ich kann ihn auf e/Esperanto trinken.


PS: Vielen Dank für Ihr Lexikon-Zitat!

Resonator
31.01.2010, 09:44
Ich finde den Gedanken sehr schön, eine Sprache zu entwickeln welche für einen breiten Teil der Menschheit und den Ihnen zugehörigen Muttersprachen angepasst wird!
Das mit den Nachbarsprachen, ist wohl seit Einführung des Internets noch sehr viel breiter geworden, steigende Mobilität und Kommunikationsmöglichkeiten schaffen eben noch mehr Nähe.
Auf unseren Baustellen, haben wir, Polnisch, Portugiesisch, Spanisch, Rumänisch, Ungarisch, verschiedenste slawische Dialekte, und Englisch mit viel Händegefuchtel als Hilfssprache.
Genauer betrachtet wäre es doch wünschenswert, Esperanto auch mehr an den Schulen zu fördern.
Das Esperanto scheint ja nur auf Grund seiner geringen Verbreitung so unbeliebt zu sein, da keinem Land zugehörig, scheinen die Anlaufschwierigkeiten immens.
Der praktische Nutzen steht noch aus, so lange es von so wenigen genutzt wird, doch Anfänge sollten gestaltet werden.
Die Weltsprache Englisch, lehnt sich nun mal eher dem Germanischen Sprachgebrauch an, daher für den Deutschen wohl auch viel angenehmer zu erlernen.
(Für eine fundierte Beurteilung des Schwierigkeitsgrad fehlt mir jedoch die Kenntnis, da ich bisher keine Berührungspunkte mit dem Esperanto hatte.)

Gruß Andreas

sucher
31.01.2010, 11:06
Das eine gemeinsame Sprache durchaus von Nutzen sein kann, zeigt doch die noch immer in medizinischen Bereichen gebräuchliche Nutzung des Latein.
Es könnte sich also ein Arzt aus Australien mit einem Mediziner aus Norwegen sehr schnell und unmissverständlich über die Diagnose eines Patienten verständigen, was mit gebrochenem englisch und Handzeichen eher zu lebensbedrohenden Missverständnissen führen könnte.
Die Idee ist in der Tat nicht schlecht eine verbindende Sprache zu schaffen. Durchaus sollen die lokalen, traditionellen nicht davon abgelößt werden, aber manchmal wünschte man sich schon eine kleine verständliche Orientierungshilfe.
Eine solche Sprache als mögliches Pflichtfach in allen Staaten der EU einzuführen... warum nicht?

liebe Grüße, sucher

irishmason
31.01.2010, 11:10
Wenn man auf der Schule Englisch, Franzoesisch und Latein hatte, faellt es leicht andere Sprachen zu lernen. Mit Menschen, mit denen ich zusammentreffe, deren Sprache ich aber nicht fliessend spreche, verstaendige ich mich meist in einer Sprache, die beide Seiten beherrschen.
Saemtliche unserer Kunden sprechen Englisch, mit der Frau eines Bekannten, die Iranerin, ist spreche z.B. ich Franzoesisch, mit den polnischen Damen, die unser Unternehmen sauber halten, Russisch. Mit einem Lidl-Mitarbeiter an der Kasse, der aus aus Tunesien ist Spanisch. (Er kann auch Franzoesich, Englisch, sogar Irisch und natuerlich Arabisch) Mit einem polnischen Bruder unserer Loge Englisch.

Warum dann eine neue Sprache schaffen und Babel noch erweitern?
Dostojewski in Volapuek?

Mir kann auch niemand weismachen, die Verstaendigung mit Arbeitern aus aller Herren Laendern wuerde durch Esperanto einfacher, dazu muessten dann alle erst einmal Esperanto lernen.

Penta
31.01.2010, 11:28
Warum dann eine neue Sprache schaffen und Babel noch erweitern?



Weil Sprachgenies selten sind.

Resonator
31.01.2010, 11:36
Weil Sprachgenies selten sind.

Beifall, vom Halbsprachler, der Deutschen Sprache kaum mächtig, möchte ich mich dem anschliessen!
Mein gebrochen Englisch hat mir z.B. schon in so mancher Situation geholfen, aber z.B. in Ungarn war man damit aufgeschmissen! (Nur gut das die Ungarn nicht so Sprachfaul sind, da verstehen und sprechen sogar sehr viele auch Deutsch, aber Englisch so gut wie nichts!)
Die EU-Sprache Esperanto empfinde ich als erstrebsam, wie schaut es denn mit dem weiteren Sprachaufbau auf dieser Sprache aus?
Mit Latein als Basis z.B. tut man sich ja scheints relativ leicht auch weitere Sprachen zu lernen.

Gruß Andreas

Kater
31.01.2010, 18:54
Ich kann Englisch, Franzoesich und Spanisch in vollem Umfang, verhandlungssicher. Ich frage mich warum man eine krumme Kunstsprache schafft.:madanimat
Ich weiss, man wollte die Menschheit auf einem Level vereinen. Dies gelingt nur, wenn man die Sprache des Nachbarn sicher beherrscht und nicht ein Gestammel schafft.

Sehr geehrter Irishmason,
ich bewundere Ihre Sprachkenntnisse!

Über Heinrich Schliemann sagt man:
"Ungefähr sechs Wochen genügten ihm, um als weitere Sprachen Spanisch, Italienisch, Portugiesisch
und Russisch zu lernen. Dazu kamen in späteren Jahren Chinesisch, Polnisch, Slowenisch, Dänisch,
Schwedisch, dann Alt- und Neugriechisch, Latein, Arabisch, Hebräisch und schließlich, nach einer
Weltreise, Hindi, Persisch und Türkisch: Acht bis 13 Sprachen konnte er lesen und schreiben. Manche
Quellen sprechen sogar von insgesamt 35 Sprachen, die er sich im Selbstunterricht beigebracht hatte."

Ich frage mich ob Herr Schliemann Ihnen bei seinem großen Talent und seiner ungeheuren Energie da nicht zugestimmt hätte?

Ich gestehe auch gerne, daß bei mir ein gewisser Hang zu der vielleicht zu romantischen Idee besteht, davon zu träumen, daß es zwischen allen Menschen zumindest auf sprachlicher Ebene ein international übergreifendes Verständnis geben könnte.

Und dann wär' da noch die Frage :
Was trauen "Trienchen Mutzer und Josef Pumpelmoser" sich an sprachlichen Leistungen so nebenher noch zu?
Die internationale Vielfalt, oder eine einfache Sprache?

Ich gebe zu, ich würde mich erst mal für eine(1) Sprache entscheiden.

Dann geht es noch darum.
Erlernt man die Sprache im Selbststudium, oder als gemeinschaftliche Bemühung in einer Gruppe.

Im Zusammenhang mit der Gruppe stelle ich mir vor, daß die Meisten möglicherweise auch von der Idee des gegenseitigen Verstehens und der Begeisterung für internationalen Freundschaft angezogen wären.

Das dürfte auch eine reizvolle Vorstellung sein.


...stellt sich Kater so vor...

Kater
31.01.2010, 19:06
weil diese im Esperanto aufgrund der Sprachstruktur einfach viel augen- und ohrenfälliger sind und deswegen auch von jedem einigermaßen geübten Esperantisten verstanden werden; einen echten Soziolekt kann ich mir übrigens im Esperanto schwerlich vorstellen.

Sehr geehrter Candide,
meinen Sie damit, daß in dieser Sprache beispielsweise kein Jugend-Jargon entstehen könnte?
Kann man weder verbal "chillen" noch "cool" sein?....oder wie ist Ihre Aussage zu verstehen.

Warum geht das denn in dieser Sprache nicht? Weil sie von zu wenigen gesprochen wird?

Beste Grüße
Kater

irishmason
31.01.2010, 19:24
Sehr geehrter Irishmason,
ich bewundere Ihre Sprachkenntnisse!

.

Danke fuer die Blumen. Allerdings gibt es da nichts zu bewundern und es ist auch kein Talent, als Exportleiter musste ich berufsmaessig mich befleissigen (und dies war auch eine Vorbedingung fuer die Position) mindestens 2 Sprachen verhandlungssicher und am besten noch eine dazu zu beherrschen, Russisch habe ich auch 6 Jahre gelernt, fand es aber schwerer als die anderen Sprachen, leider geht der Schliff verloren, wenn man kaum Gelegenheit hat sich in dem Sprachraum zu bewegen.
Englisch einigermassen fliessend zu sprechen ist fuer mich auch keine Kunst, da ich in Irland lebe und arbeite und Familiensprache und Unternehmenssprache Englisch ist, also damit schon bessere Ausgangspositionen habe als andere, die weniger mit Englisch zu tun haben.

Penta
01.02.2010, 08:33
Danke fuer die Blumen. Allerdings gibt es da nichts zu bewundern und es ist auch kein Talent, als Exportleiter musste ich berufsmaessig mich befleissigen (und dies war auch eine Vorbedingung fuer die Position) mindestens 2 Sprachen verhandlungssicher und am besten noch eine dazu zu beherrschen, Russisch habe ich auch 6 Jahre gelernt, fand es aber schwerer als die anderen Sprachen, leider geht der Schliff verloren, wenn man kaum Gelegenheit hat sich in dem Sprachraum zu bewegen.
Englisch einigermassen fliessend zu sprechen ist fuer mich auch keine Kunst, da ich in Irland lebe und arbeite und Familiensprache und Unternehmenssprache Englisch ist, also damit schon bessere Ausgangspositionen habe als andere, die weniger mit Englisch zu tun haben.


Bescheidenheit ist eine Zier -
doch weiter kommst du ohne ihr."
Und bist du gar ein Sprachgenie
kommst du auch weiter ohne sie. :yes:

Spektralfärber
20.02.2010, 02:38
Ein herzliches Hallo mal vornweg. Da ich momentan auf der Suche nach dem "richtigen weg für mich" bin, würde ich mich sehr freuen einfach mal in Ihre Runde einsteigen zu dürfen (vorerst mal die Diskussionsrunde ;)) denn mit meinen bescheidenen 24 Jahren hatte ich doch inzwischen einige Aufenthalte in anderen Ländern. z.B. rund ein halbes Jahr Skandinavien speziell Finnland. Danach nach Schweden. In dieser ganzen Zeit habe sehr viele Leute getroffen. Egal ob Mechaniker, Mittelständische Arbeitgeber, Schüler, Lehrer, ja auch die "Outback Finnen" die auf den 1.Blick recht "Hinterwäldisch" wirkten. Und dann dass für mich so verblüffende: Jeder dort Spricht English!!! Ich hatte nie Probleme und hatte immer eine perfekte Verständigung, da ich selbst doch recht ordentlich Englisch spreche. Also muss ich Irishmason absolut zustimmen. Warum eine "neue" Sprache vorantreiben wenn man einfach eine Aktuell weitverbreitete Sprache "ausbauen" kann. Der Gedanke an eine Sprache mit der ich mich auf der ganzen Erde mit jedem Menschen unterhalten kann ist doch echt Perfekt, da ist mir schon fast egal welche Sprache dass ist. Aber es wäre doch deutlich realistischer eine lebendige Sprache wie z.B. Englisch zu einer "Weltsprache" zu machen als Esperanto. Und bitte nicht falsch verstehen, ich will hier Esperanto auf keinen Fall schlecht machen. Es ist bestimmt eine schöne Sprache, aber einfach nicht nötig wie ich finde.

So dann bin ich ja mal gespannt wie auf meinen ersten Beitrag reagiert wird ^^.

Mit freundlichen Grüßen
Suchender Spektralfärber

irishmason
21.02.2010, 12:41
Lieber Spektralfaerber,

es ist immer der Wunschtraum vieler Menschen gewesen, dass es eine einheitliche Sprache gaebe in der alle Menschen auf diesem Planeten kommunizieren koennten.
Sie haben recht, wenn Sie bemerken, dass man mit Englisch recht gut ueberall zurecht kommt und wenn man Spanisch kann hat man auch noch einen grossen Teil der Menschheit abgedeckt.
Auch stellt sich kaum das Problem, dass man mit jedem Menschen reden oder korrespondieren muss und mit denen, die mit mir in stetem Kontakt sind stellte sich nie eine Sprachbarriere. Kurz nach der Oeffung des Ostblocks war Sprache ein Hindernis. da viele Menschen nie mit Westlern in Verbindung stehen durften und auch fuer breite Schichten kein Sprachunterricht angeboten wurde. Die junge Generation lernt Englisch oder eine andere Sprache und diese Huerde fiel ebenfalls.
ich halte es fuer unnoetig eine Kunstsprache zu erfinden mit der sich Literatur etc nicht erschliesst, anstatt eine Sprache vernuenftig zu lernen und damit breitesten Bereichen der Weltbevoelkerung zugaenglich zu sein.

hoketo
07.03.2010, 19:31
Es ist sicherlich schön, wenn es eine gemeinsame Sprache für alle Menschen gäbe - nicht als Muttersprache für alle, sondern als Sprache für die internationale Verständigung.
Das Privileg, eine Sprache hinreichend gut zu lernen, haben allerdings nicht alle Menschen, von mehreren Sprachen gar nicht erst zu reden. Um eine Sprache wirklich zu beherrschen, ist ein ungeheurer Zeitaufwand nötig, wobei man ein muttersprachliches Niveau kaum zu erreichen ist.

Es ist naheliegend, dass sich da Menschen Gedanken machen, ob es nicht einfacher ist, eine Plansprache zu erschaffen, mit der das gewünschte Ziel in kürzerer Zeit müheloser zu erreichen ist. Und das nicht nur für eine Bildungselite, sondern für jeden. Ludwig Zamenhoft war nicht der erste, der diese Idee hatte und auch nicht der letzte.

Natürlich ist Esperanto keine vollkommen willkürlich zusammengesetzte Sprache, dafür war der Autor zu sprachkundig. Im Prinzip orientiert sich Esperanto an bestehenden Sprachen udn es gibt nichts in Esperanto, was es nicht in anderen Sprachen als Vorbild gäbe. Was Esperanto von anderen Sprachen unterscheidet, ist die Ausnahmefreiheit. Also keine chaotische Rechtschreibung wie im Englischen, sondern eine phonetische Rechtschreibung. Nur eine Deklination und eine Konjugation und nicht mehrere, wie beispielsweise im Latein. Und auch keine unregelmäßigen Verben. Das ist im Prinzip alles Ballast, auf den Esperanto verzichten kann, ohne an Qualität zu verlieren. Und genau deswegen ist Esperanto so leicht zu erlernen.

Es spricht absolut nichts gegen eine Plansprache für die internationale Verständigung.

Eine zweifelhafte Anerkennung hat Esperanto hat erfahren: Hitler hat Esperanto verboten, Stalin hat Esperanto verboten. Andere europäische Diktaturen wie in Portugal und zum Teil auch in Spanien haben ebenso Esperanto verboten. In den sowjetischen Sateliten-Staaten war Esperanto unterschiedlich lange verboten. In der DDR bis Mitte der 60-er Jahre, in Rumänien war die Situation bis zum Tode von Ceauşescu unklar.

Esperanto hat selbstverständlich nichts mit einem "Gestammel" zu tun, keine Ahnung, wie man auf solge Vorurteile verfallen kann, wenn man die Sprache überhaupt nicht kennt.

Esperanto hat sich in fast 125 Jahren von einem Sprachprojekt zu einer lebenden Sprache entwickelt, was zunehmend von Sprachwissenschaftlern anerkannt wird. Natürlich kann Esperanto kulturelle Werte vermitteln. Allerdings hat Esperanto nicht eine ethnische Kultur im Rücken, sondern ist Träger einer internationalen Kultur. Nur als ketzerische Anmerkung: wofür brauche ich die englische Kultur eines William Shakespeares, wenn ich mich in Italien mit einem Italiener auf Englisch unterhalten will?

Es gibt inzwischen viele Familien, in denen Esperanto Familiensprache ist - nicht aus irgendwelchen ideologischen Gründen. Da haben sich 2 Menschen mit verschiedenen Muttersprachen auf einer der zahlreichen Esperanto-Treffen kennen gelernt und es hat gefunkt. Da ist aus ganz pragmatischen Gründen Esperanto zunächst die dominierende Familiensprache. Die Kinder aus solchen Ehen sind durchwegs 3-sprachig: die Sprache der Mutter, die des Vaters und Esperanto. Für solche Familien gibt es inzwischen sogar spezielle internationale Treffen.

Um noch kurz ein angesprochenes Thema zu berühren: ja, es gibt auch so etwas wie einen Jugendslang.

hoketo
07.03.2010, 19:36
da viele Menschen nie mit Westlern in Verbindung stehen durften und auch fuer breite Schichten kein Sprachunterricht angeboten wurde.
Diese Aussage ist ziemlich pauschal und inhaltlich nicht korrekt. Russischer Sprachunterricht war sehr weit verbreitet und zum Teil auch nicht zu vermeiden.

hoketo
07.03.2010, 20:38
ich halte es fuer unnoetig eine Kunstsprache zu erfinden mit der sich Literatur etc nicht erschliesst, anstatt eine Sprache vernuenftig zu lernen und damit breitesten Bereichen der Weltbevoelkerung zugaenglich zu sein.
In einem nicht unbeträchtlichen Teil der Welt, gehen Kinder nicht einmal 4 Jahre zur Schule. Wie wollen Sie da erwarten, dass sie die zeit haben, eine Sprache vernünftig erlernen? Wenn überhaupt, könnte das nur eine Plansprache sein.
Der Wunsch sich Literatur durch das Erlernen einer Fremdsprache zu erschließen, ist sicherlich schön und wünschenswert, steht aber gegenüber dem Wunsch der internationalen Kommunikation in einer globalisierten Welt zurück. Auf den kulturellen Aspekt des Fremdsprachenunterrichts hat das deutsche Schulsystem de facto bereits verzichtet.

Hans-Dieter Bertuch
09.03.2010, 10:04
Esperanto hat sich in fast 125 Jahren von einem Sprachprojekt zu einer lebenden Sprache entwickelt, was zunehmend von Sprachwissenschaftlern anerkannt wird.... das mag ja durchaus so sein ;). In der breiten Bevölkerung scheint das aber nicht angekommen zu sein. Haben Sie "belastbare" Zahlen, wieviele Menschen Esperanto "beherrschen"?

Im Übrigen scheint mir das kein in der Freimaurerei wirklich relevantes Problem zu sein ;).

hoketo
09.03.2010, 10:57
... das mag ja durchaus so sein ;). In der breiten Bevölkerung scheint das aber nicht angekommen zu sein. Haben Sie "belastbare" Zahlen, wieviele Menschen Esperanto "beherrschen"?.
In der Bevölkerung kommt leider Vieles nicht an, Als Freimaurer sind Sie davon leider ebenso betroffen. Die Existenz der Loge "Ludwig zum flammenden Stern" in meiner Gemeinde wird trotz aktiver Öffentlichkeitsarbeit nur von sehr wenigen zur Kenntnis genommen.
Was die Anzahl der Esperanto-Sprecher betrifft, gibt es wenig zuverlässige Zahlen. Da ist man auf Schätzungen angewiesen, die sehr vage sind, wobei schon das Problem damit beginnt, wo die Grenze zu ziehen ist. Zählt der Kauf eines Lehrbuchs, eine abgelegte Prüfung oder ab wann ist jemand als Esperanto-Sprecher einzustufen. Auch die Mitglieder der Landesverbände sind nur ein höchst vages Maß. Konnte man früher die Schätzung auf Informationen von Ortsgruppen und verkaufte Lehrbücher basieren, so ist das nicht mehr möglich - es werden die meisten Kurse kostenlos im Internet angeboten.
Die Schätzungen liegen zwischen 50.000 als absolute Untergrenze und 16 Millionen. Mit einem gesunden Realismus kann ich eine Abschätzung zwischen 200.000 und einer Million Esperanto-Sprecher vertreten.

Ich sehe zwischen Freimaurertum und Esperanto durchaus Berührungspunkte. Beide sind geprägt durch Toleranz, gegenseitigem Respekt und eine idealistische, weltumspannende Idee. Weswegen unter Esperanto-Sprechern das Freimaurer auch überdurchschnittlich stark vertreten sind. Widersprüchliche Ziele sehe ich keine.

Candide
10.03.2010, 01:02
Saluton, HoKeTo.
Sehe ich als Freimaurer und Esperanto-Lerner ganz genauso.
Vielen Dank für die Informationen.

Es grüßt herzlich
Candide

hoketo
10.03.2010, 11:30
Der bekannte italienische Freimaurer Michele Moramarco hat sich mit den Beziehungen zwischen Esperanto und Freimaurerei beschäftigt. Wer Interesse und die entsprechenden italienischen Sprachkenntnisse hat, kann im 2. Band "Nuova Enciclopedia Massonica" (Bastogi, Foggia, Italien 1997) etwas zu dem Thema lesen.

Jens Rusch
07.06.2011, 15:40
Im Übrigen scheint mir das kein in der Freimaurerei wirklich relevantes Problem zu sein ;).

Das könnte sich möglicherweise durch die höchst aktuelle Resonanz auf den sogenannten "Call of Bratislava", den "Bratislavaer Appell" ändern. Der Konföderationsgedanke ist m.E. ohne eine sprachliche Brücke, wie es Esperanto durchaus darstellen könnte, kaum realisierbar.