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Vollständige Version anzeigen : Die Welt als Illusion !



DIAZIFERO
28.08.2009, 02:09
Die Welt als Illusion !

Hunderte und aberhunderte von Malen ist man zusammengesessen, ist von den Illusionen und Weltbildern versucht worden, wird müde im Anbetracht der Möglichkeiten eine bestimmte
ultimative Schein Welt Welt -----------Illusion kreieren zu können
Eine unglaubliche Flut an Glaubenssystemen und Weltbildern kann uns täglich erfassen. Ob aus Politik, Religion, Philosophie, Kunst, Internet, Nachrichten, Broschüren....
Woran glauben wir ?

Was passiert, wenn man an gar nichts mehr glaubt?

Candide
28.08.2009, 03:18
Was passiert, wenn man an gar nichts mehr glaubt?

Dann ist man ein armer Tropf. :yes:

Candide

Resonator
28.08.2009, 08:51
Die Welt als Illusion !

Hunderte und aberhunderte von Malen ist man zusammengesessen, ist von den Illusionen und Weltbildern versucht worden, wird müde im Anbetracht der Möglichkeiten eine bestimmte
ultimative Schein Welt Welt -----------Illusion kreieren zu können
Eine unglaubliche Flut an Glaubenssystemen und Weltbildern kann uns täglich erfassen. Ob aus Politik, Religion, Philosophie, Kunst, Internet, Nachrichten, Broschüren....
Woran glauben wir ?

Was passiert, wenn man an gar nichts mehr glaubt?

Wir leben nun mal in Scheinwelten, die Realität zu fassen ist uns evolutionär eine Aufgabe.
Wer keinen Glauben hat lebt wohl in einer fragmentierten Welt mit sehr, sehr vielen Löchern.
Diese Löcher zu stopfen sehe ich als Aufgabe, entweder mit "Glauben", oder besser mit "Erkenntnis".

Schön, wenn Sie schon so oft von Scheinwelten versucht wurden!
Wer von sich sagen möchte: "ich kenne dies Land", muss einige Meilen davon durchschritten haben, ich selber sehe noch einen weiten Weg vor mir!

Gruß Andreas

sucher
28.08.2009, 09:11
Was passiert, wenn man an gar nichts mehr glaubt?

Lieber Diazifero,

Auch hier ist in erster Linie wichtig wie man "Glaube" definiert.
Auf das primitivste heruntergedacht, besteht jegliches zu Bewußtsein fähige Leben aus "Glauben". Und sei es nur der Glauben das auch der nächste Bissen Nahrungsaufnahme meinen Hunger stillen wird und wichtig für mein Weiterleben ist.
Meinen sie allerdings einen rein religiösen Glauben, lehne ich mich mal weit aus dem Fenster und behaupte, das durchaus ein Leben ohne Religion und Glaube möglich ist.
Wichtig ist immer, was der jeweilige Mensch darin sieht und hofft, und vor allem ob dies seine Erfüllung ist.


Grüße, sucher

irishmason
28.08.2009, 10:39
In Scheinwelten leben die, die realitätsfern sind, neue Welten erdenken die, die kreativ sind.
So wie es Millionen an Menschen gibt, gibt es auch Millionen Ideen, Gedankengebäude, Illusionen, Wünsche, Luftschlösser, damit sind wohl Scheinwelten gemeint.
Jeder baut mal Luftschlösser, aber man sollte sich in diesen fragilen Bauten nicht zu lange aufhalten.
Glauben ist gut für den, der glauben kann. Sicherer ist, etwas ergründen und es sich oder anderen beweisen.
Man kann ohne Glauben auskommen, aber ohne Wissen ist man doch arm dran.

Man kann auch gut ohne Religionen und Dogmen auskommen, wenn man an die Stelle eine humanistische Grundeinstellung setzt.

Viele haben Wunschwelten erdacht, so wie eine ideale Gesellschaft aussehen soll, die Realität hat sie dann oft eingeholt, da der Mensch nicht perfekt ist und seinen eigenen Wünschen, Süchten, Trieben folgt und dann Wunschmodelle schnell ad absurdum führt.

So folgt jeder seinen Vorstellung, die oft Denkmodelle sind, die einen wollen eine klassenlose Gesellschaft und erkennen, dass die, die man erlösen will, gerade sich in einer Klassengesellschaft wohlfühlen und nach mehr materiellen Dingen hungern.

Andere wollen die Welt von Hunger, Krieg und Krankheit befreien und stehen einer Lobby gegenüber, die an Hunger, Krieg und Krankheit verdient.

Andere wollen die Welt bekehren und von ihrer religiösen Einstellung oder Ideologie überzeugen und überreden oder gar mit Gewalt bekehren und merken nicht, dass diese Berufung nur aus ihrem eigenen Wunschdenken kommt und niemand das Verlangen nach einer solchen Religion oder Ideologie hat.

Diese Scheinwelten aus denen Diktaturen, totalitäre Regime, repressive Gesellschaftsstrukturen entstanden vergehen, was bleibt ist die Sehnsucht nach Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit, die Denkmodelle sind, aber die es erstrebenswert machen sie ständig mit Inhalt zu füllen, auch wenn es eine Sisyphosarbeit ist.

BernhardL
28.08.2009, 12:05
Träumen ist wichtig,

doch es ist ein Paradox, wer seine Träume verwirklichen will, muss aufwachen.

Liebe Grüße,
Bernhard

Paul
28.08.2009, 13:11
"Man kann auch gut ohne Religionen und Dogmen auskommen, wenn man an die Stelle eine humanistische Grundeinstellung setzt."

Lieber irishmason,
grundsätzlich bin ich Ihrer Meinung, aber mit dem oben zitierten Satz nur bedingt einverstanden. Es mag etwas krümelkackerisch klingen, aber ist denn nicht auch die humanistische Grundeinstellung eine Art Dogma? Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - zusammengefaßt und verkürzt als "Dae Richt" - das kann man doch als Dogma=Lehrsatz sehen. Dem Wort Dogma mag im allgemeinen Sprachgebrauch ein gewisses "Geschmäckle" anhangen, aber geht man nach dem ursprünglich Gemeinten, ist das Dogma per se doch nichts Schlechtes.
Herzliche Grüße!

Paul

Paul
28.08.2009, 13:22
Die Welt als Illusion !

Hunderte und aberhunderte von Malen ist man zusammengesessen, ist von den Illusionen und Weltbildern versucht worden, wird müde im Anbetracht der Möglichkeiten eine bestimmte
ultimative Schein Welt Welt -----------Illusion kreieren zu können
Eine unglaubliche Flut an Glaubenssystemen und Weltbildern kann uns täglich erfassen. Ob aus Politik, Religion, Philosophie, Kunst, Internet, Nachrichten, Broschüren....
Woran glauben wir ?

Was passiert, wenn man an gar nichts mehr glaubt?
Lieber Diazifero,
freilich sind die Versuchungen groß, aber als denkende Wesen haben wir doch die Auswahlmöglichkeit. Mit der stets größer werdenden Flut an Medien und Informationen fällt die Wahl sicher nicht gerade leichter, aber enthebt uns das der im Menschen "eingebauten" Pflicht, uns zu informieren und dann zu wählen, woran wir glauben wollen?
Versuchen wir, nicht müde zu werden, versuchen wir, wach und aufmerksam zu bleiben - Neugier ist Ursprung jedweden Fortschritts! Wenn wir an nichts glaubten, wären wir tot.

irishmason
28.08.2009, 21:01
Es mag etwas krümelkackerisch klingen, aber ist denn nicht auch die humanistische Grundeinstellung eine Art Dogma? Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit - zusammengefaßt und verkürzt als "Dae Richt" - das kann man doch als Dogma=Lehrsatz sehen.

Garnicht krümelkackerisch, darum diskutieren wir hier ja offen und frei. Aber eine humanistische Grundeinstellung ist KEIN Dogma, es ist eine Grundhaltung.



Dem Wort Dogma mag im allgemeinen Sprachgebrauch ein gewisses "Geschmäckle" anhangen, aber geht man nach dem ursprünglich Gemeinten, ist das Dogma per se doch nichts Schlechtes.
Paul

Doch, fuer einen freidenkenden Menschen ist ein Dogma etwas, dass man ihm vorsetzt mit dem Motto, Friss oder stirb. Ich lehne Dogmen ab.
Denn
Unter einem Dogma versteht man eine grundlegende Lehrmeinung, deren Wahrheitsanspruch als unumstößlich gilt.

Also wie ein Zaunpfahl, den ich hier ins Feld ramme.

In der Theologie wird der Begriff Dogma für einen Lehrsatz gebraucht, der unter Berufung auf göttliche Offenbarung oder besondere Erkenntnisse als wahr anzusehen ist. . Wobei sich mir die Nackenhaare sträuben.:mad:

Daher ist der Begriff Dogma negativ besetzt, weil es sich meistens um Lehrsätze handelt, die nicht hinreichend fundiert sind und das eigenständige Denken nicht zulassen, also mir die Freiheit nehmen wollen, und mich zwingen wollen ein Dogma mir zu eigen zu machen, weil jemand dieses als allein wahr, allgemeingültig, verbindlich und oft auch ex cathedra bestimmt.

kiepe
29.08.2009, 16:47
:yes:Wohl wahr lieber Bruder!!!

Kater
29.08.2009, 20:09
Guten Abend,

was immer wir glauben, hoffen oder träumen,
sobald wir uns selber ändern, ändern wir an genau dieser Stelle auch die Welt.
Dann wird an dieser Stelle aus Illusion, Wunsch oder Traum greifbare Wirklichkeit.


Liebe Grüße
Kater

irishmason
02.09.2009, 13:27
Guten Abend,

was immer wir glauben, hoffen oder träumen,
sobald wir uns selber ändern, ändern wir an genau dieser Stelle auch die Welt.
Dann wird an dieser Stelle aus Illusion, Wunsch oder Traum greifbare Wirklichkeit.


Liebe Grüße
Kater

Das hat nun nichts mit der Ausgangsfrage zu tun.
Wenn wir nur unsere Träume und Illusionen ind Realität ändern, haben wir für uns Klarheit geschaffen, die Welt aber nicht verändert.

Die Welt als solche ist keine Illusion, sondern viele wollen uns Illusionen, oder besser gesagt, Unwahrheiten und Lügen verkaufen.

Wenn man von den täglichen Versprechungen und Desinformationen absieht, die man in den Medien aufgetischt bekommt und die sich zu 90 % als Manipulation oder krasse Lügen entpuppen, dann sollte man sich von einer eigenen Traumwelt oder eigenen Illusionen schnellsten befreien, sonst läuft man nämlich Gefahr Trugschlüssen nachhaltig und zum eigenen Nachteil aufzusitzen.

Die Welt ist harte kalte Realität, viele wollen sie aber in bunter und interessanter Glitzerverpackung an uns verkaufen und reden uns ein, wir müssten eigentlich nur glauben und vertrauen, dann würde schon alles wahr.

Das Gegenteil ist der Fall, fragen müssen wir, Fragen stellen, forschen, wissen, hinterfragen, prüfen und alles in Frage stellen....... und dies in allen Bereichen des Lebens.

Kater
02.09.2009, 23:26
Das hat nun nichts mit der Ausgangsfrage zu tun.
Wenn wir nur unsere Träume und Illusionen ind Realität ändern, haben wir für uns Klarheit geschaffen, die Welt aber nicht verändert.
Hallo Irishmason,
ich schrieb:" sobald wir uns selber ändern, ändern wir an genau dieser Stelle auch die Welt."
Wenn nur ein Mensch sich ändert, ist die Welt an dieser Stelle verändert.


Die Welt als solche ist keine Illusion, sondern viele wollen uns Illusionen, oder besser gesagt, Unwahrheiten und Lügen verkaufen.

Wenn man von den täglichen Versprechungen und Desinformationen absieht, die man in den Medien aufgetischt bekommt und die sich zu 90 % als Manipulation oder krasse Lügen entpuppen, dann sollte man sich von einer eigenen Traumwelt oder eigenen Illusionen schnellsten befreien, sonst läuft man nämlich Gefahr Trugschlüssen nachhaltig und zum eigenen Nachteil aufzusitzen.

Die Welt ist harte kalte Realität, viele wollen sie aber in bunter und interessanter Glitzerverpackung an uns verkaufen und reden uns ein, wir müssten eigentlich nur glauben und vertrauen, dann würde schon alles wahr.

Das Gegenteil ist der Fall, fragen müssen wir, Fragen stellen, forschen, wissen, hinterfragen, prüfen und alles in Frage stellen....... und dies in allen Bereichen des Lebens.
Das mag der Anfang sein, doch ohne die persönliche Veränderung bringt das Hintefragen auch nichts.
Theorie ohne Praxis taugt nichts.
Ich glaube eher, daß wenn man alles ständig nur hinterfragt, ohne den tätigen Versuch sich und die Situation zu verändern, das Gute zu bewirken, man in Mutlosigkeit verfällt.
Die Frage war:

Die Welt als Illusion !

Hunderte und aberhunderte von Malen ist man zusammengesessen, ist von den Illusionen und Weltbildern versucht worden, wird müde im Anbetracht der Möglichkeiten eine bestimmte
ultimative Schein Welt Welt -----------Illusion kreieren zu können
Eine unglaubliche Flut an Glaubenssystemen und Weltbildern kann uns täglich erfassen. Ob aus Politik, Religion, Philosophie, Kunst, Internet, Nachrichten, Broschüren....
Woran glauben wir ?

Was passiert, wenn man an gar nichts mehr glaubt?

Na ja, wer nichts glaubt, ist nach meiner Meinung der besten Dinge des Lebens beraubt.
Woran ich glaube...
Solange jemand an das Gute glaubt, und es lebt , ist es in der Welt.
Wir sind Garant dafür das das Gute, das wir uns wünschen in der Welt vorhanden ist.
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.
Warum sollte man nicht an sich selber und seine Möglichkeiten zur Veränderung glauben?

Beste Grüße
Kater

irishmason
03.09.2009, 00:37
Das mag der Anfang sein, doch ohne die persönliche Veränderung bringt das Hintefragen auch nichts.
Theorie ohne Praxis taugt nichts.
Ich glaube eher, daß wenn man alles ständig nur hinterfragt, ohne den tätigen Versuch sich und die Situation zu verändern, das Gute zu bewirken, man in Mutlosigkeit verfällt.
Die Frage war:


Beste Grüße
Kater

Ich kann den Karren ja nicht vors Pferd spannen, warum soll ich mich dauern verändern? Ich bin an einem Punkt angelangt, wo ich mich nicht täglich ändern muss oder will, wozu?

Aber mich kann keiner hindern, alles zu hinterfragen, statt jeden Käse zu essen, ich verfalle daher nicht in Mutlosigkeit sondern im Gegenteil in schiere Kampfeslust...

BernhardL
03.09.2009, 11:04
Es gibt nichts Gutes, außer man tut es.



Im großen Ganzen gibt es nur Gutes.

irishmason
03.09.2009, 12:12
Im großen Ganzen gibt es nur Gutes.

Wir haben hier im Betrieb auch eine Dame, die glaubt immer an das Gute im Menschen.:rolleyes:

Und wird dann immer eines Schlechteren belehrt.:rofl:



Ich gebe immer vom worst ever scenario aus und freue mich dann höllisch, wenn mal ab und zu was Positives auftaucht.

BernhardL
03.09.2009, 19:18
Im großen Ganzen gibt es nur Gutes.


:singing:

Jens Rusch
10.01.2010, 22:24
Wenn man in Alicante den Flughafen verlässt, blickt man auf ein riesiges Stein-Relief mit nachempfundenen Motiven Salvador Dalis. Darunter steht in spanischer Sprache in etwa ( Aus der Erinnerung zitiert) :

"Lo que pensamos ver es nuestra imagination de lo invisible"

Sinngemäß etwa: "Das, was wir zu sehen glauben, ist unsere Vorstellung vom Unsichtbaren"

In Deutsch klingt das etwas gestelzt, aber sinngemäß drückt dieser Satz die sehr profunde Lebenseinstellung eines bedeutenden künstlerischen "Visionärs" aus.

irishmason
11.01.2010, 13:46
Das Wesentliche ist dem Auge unsichtbar.

Antoine de Saint-Exupéry

Wenn man glaubt etwas zu sehen, kann man sich Unsichtbares vorstellen. Das geht dann schon in den Bereich Visionen und da bin ich vorsichtig

Dali hatte eine enorme Vorstellungskraft wie die meisten Surrealisten, Fuchs etc, aber nur weil man ein enormes Hintergrundwissen haben muss um solche Werke zu schaffen.

Paul
11.01.2010, 16:16
Wenn man in Alicante den Flughafen verlässt, blickt man auf ein riesiges Stein-Relief mit nachempfundenen Motiven Salvador Dalis. Darunter steht in spanischer Sprache in etwa ( Aus der Erinnerung zitiert) :

"Lo que pensamos ver es nuestra imagination de lo invisible"

Sinngemäß etwa: "Das, was wir zu sehen glauben, ist unsere Vorstellung vom Unsichtbaren"

In Deutsch klingt das etwas gestelzt, aber sinngemäß drückt dieser Satz die sehr profunde Lebenseinstellung eines bedeutenden künstlerischen "Visionärs" aus.

Lieber Jens Rusch, liebe Besucher/Leser dieses Forums!

Eines der schönsten und gleichzeitig am schwierigsten zu verwendenden Geschenke, die dem Menschen (von wem auch immer) mitgegeben wurden, ist wohl die Vorstellungskraft, von der die Surrealisten reichlich Gebrauch gemacht haben. Ich möchte diesbezüglich auf einen Vortrag von mir verweisen (ich hoffe, ich darf das in diesem Rahmen!), den ich bei der Vorbereitung meiner Aufnahme in eine Freimaurerloge gehalten habe: http://www.henry-miller.de/freimaurer/PsychischeMechanismeninderKunst.pdf

Viele Grüße,

Paul

kiepe
11.01.2010, 19:45
"Lo que pensamos ver es nuestra imagination de lo invisible"

Sinngemäß etwa: "Das, was wir zu sehen glauben, ist unsere Vorstellung vom Unsichtbaren"

Nun, Kandinsky drückte das als Formel 1912 in seinen Texten über die Formfrage so aus:
" REALISTIK = ABSTRAKTION / ABSTRAKTION = REALISTIK"

Bei dem Maler Paul Klee heißt es: " Kunst gibt nicht das Sichtbare wieder, sondern macht sichtbar." In der schöpferischen Konfession von 1920 des eben genannten Malers heißt es "....früher schilderte man Dinge, die auf der Erde zu sehen waren, die man gerne sah oder gesehen hätte. Jetzt wird (.....) dem Glauben Ausdruck verliehen, daß das Sichtbare im Verhältnis zum Weltganzen nur isoliertes Beispiel ist, und das andere Wahrheiten latent in der Überzahl sind."

Jens Rusch
11.01.2010, 21:36
..... und mein Lehrer, der ein großer Cervantes-Liebhaber war und ist, schrieb über sein Alter Ego Don Quichote:


"..... bald begriff er, daß ihn die Realität ihrem Wesen nach enttäuschen würde. Und so beschloss er einfach, sie nicht anzuerkennen."

kiepe
11.01.2010, 22:06
........das Auge als Organ (einer Ausstülpung des Gehirns) für das äußere Sehen - dann ist da noch das innere Sehen. Vor vielen Jahren habe ich mal in einem Vorwort zu einem meiner Ausstellungskataloge hierzu geschrieben....> von einigen Werken mag nur der Atem bleiben, wenn das Abenteuer, das sich am Absoluten versuchte, abgezogen ist. Aber dieser Atem, eben noch spürbar im Dunkel, ist Zeichen der langen Reise, in Augenblicken gar das andere. sterblich, der Natur nahe, weil eine Ahnung von Un-heimlichem ohne Furcht sich uns zeigt. :cool:

irishmason
12.01.2010, 00:35
..... und mein Lehrer, der ein großer Cervantes-Liebhaber war und ist, schrieb über sein Alter Ego Don Quichote:


"..... bald begriff er, daß ihn die Realität ihrem Wesen nach enttäuschen würde. Und so beschloss er einfach, sie nicht anzuerkennen."

Jens, wir alle wissen, wir koennen die Realiaet nicht ignorieren, daher halte ich dieses Statement fuer unrealistisch, wir, als Kuenstler kennen die Ueberrealitaet, den Surrealismus, der uns ueber die alltaegliche Realitaet erhebt. Durch diesen SURrealismus verwenden wir Symbolik, tiefes Wissen und verarbeiten es in unseren Werken.
Es gibt da eine Bemerkung:Die Surrealisten entwickeln Methoden, um den kontrollierenden Verstand auszuschalten und die Erlebnisfähigkeit zu erweitern.
Vielleicht kommt man zu einem Konsenz ueber diesen Einwurf\?

irishmason
12.01.2010, 00:42
ENZYClOPAEDIE. P h i l o s o p h i e. Der Surrealismus beruht auf dem Glauben an die höhere Wirklichkeit gewisser, bis da hin vernachlässigter Assoziationsformen, an die Allmacht des Traumes, an das zweckfreie Spiel des Denkens. Er zielt auf die endgültige Zerstörung aller anderen psychischen Mechanismen und will sich zur Lösung der hauptsächlichen Lebensprobleme an ihre Stelle setzen

Der Surrealismus ist der "unsichtbare Strahl", der uns eines Tages unsere Gegner besiegen lassen wird.
(A.Breton Erstes Manifest d.Surrealismus)

VOILA

Jens Rusch
12.01.2010, 10:09
Der Surrealismus beruht auf dem Glauben an die höhere Wirklichkeit gewisser, bis da hin vernachlässigter Assoziationsformen, an die Allmacht des Traumes, an das zweckfreie Spiel des Denkens.

Mit diesen "Formen", von Absinth bis Hypnose und REM-Analyse habe ich experimentiert, bin dann aber zur Erkenntnis gelangt, daß bessere Kenntnisse unserer Speichergewohnheiten und ihrer kognitiven Aufschlüsselung, der ergiebigere Fundus sein könnte. Reduktion komplexer Sinnzusammenhänge auf Metaphern und Symbole - und deren bildhafter Instant-Aufguss machte dann irgendwann die freimaurerische Ikonographie für mich interessant. Daß man es hier verstanden hatte, aus diesen Urzusammenhängen ein Lehrgebäude zu entwickeln, war zwar zunächst verwirrend komplex, erschloss dann aber immer profunder.

sucher
13.01.2010, 09:03
Mit diesen "Formen", von Absinth bis Hypnose und REM-Analyse habe ich experimentiert,

Könntest du das näher erläutern? :confused:
Trinkt man da eine Flasche Absinth und versucht dann ein Bild zu malen? :dizzy:

liebe Grüße, sucher

Paul
14.01.2010, 11:26
Könntest du das näher erläutern? :confused:
Trinkt man da eine Flasche Absinth und versucht dann ein Bild zu malen? :dizzy:

liebe Grüße, sucher

Hallo sucher und Jens,
ich hänge mich da mal kurz rein, bin aber auch sehr gespannt auf Jens' Antwort.
Es ist ja allgemein bekannt, daß bewußtseinsverändernde Drogen förderlich für schöpferische Tätigkeit sein können - viele Künstler haben das bewiesen. Absinth ist wohl eine (von mir noch nicht probierte) Möglichkeit, Alkohol im allgemeinen oder auch LSD sind andere (ich denke zum Beispiel an "Naked Lunch" oder Bukowski). Drogen, bewußt und selbstüberwacht eingesetzt, vermögen sicher zu helfen, aber es gibt natürlich auch endlos viele Gegenbeispiele: Dalí beispielsweise war strikter Gegner jeglicher Drogen, sondern schöpfte seine Werke ausschließlich aus seiner (nüchternen) Phantasie. Ich selbst habe die Erfahrung gemacht, daß es sowohl mit als auch ohne geht. Was unterm Strich besser ist, bleibt dem Geschmack überlassen. In jedem Fall ist das entscheidend Wichtige wohl nicht, ob und welche Drogen angewendet werden, sondern ob der jeweilige Mensch zur Illusion/Phantasie fähig ist.
Viele Grüße,

Paul

Jens Rusch
14.01.2010, 18:52
Lies doch bitte mal die "Magischen Geheimnisse" von Dali, insbesondere den "Schlaf mit dem Schlüssel". Das ist ein probables Rezept, völlig ohne Drogen.

Jotef
18.01.2010, 09:48
Meine Güte ! Da tappen aber viele im Nebel.

Als Erfinder des Wortes 'Leben$nebeL' (welches sich nicht nur von rechts ebenso liest wie von links, sondern auch den Hinweis auf Cash enthält -- durch das Dollar-Zeichen) empfehle ich den Nebel-Tappern die Umkehr:

Nicht 'die Welt als Illusion', sondern umgekehrt 'die Illusion als Welt' macht Sinn + Freude an einem Vierzeiler, der aufräumt mit einer anderen falschen Überlieferung:


LEBEN, denkt der Mensch beschränkt,
das Leben sei ihm doch geschenkt.
Dieser Irrtum wird verziehen,
wenn wir einseh'n: NUR GELIEHEN.

:D

BernhardL
18.01.2010, 10:25
Nicht 'die Welt als Illusion', sondern umgekehrt 'die Illusion als Welt' macht Sinn + Freude an einem Vierzeiler, der aufräumt mit einer anderen falschen Überlieferung:


LEBEN, denkt der Mensch beschränkt,
das Leben sei ihm doch geschenkt.
Dieser Irrtum wird verziehen,
wenn wir einseh'n: NUR GELIEHEN.
:D

Hallo Jotef,

ein Gedanke der mir gefällt.

Doch frage ich mich "geliehen", "geschenkt" von wem, durch wen?

Mich hat niemand gefragt.
Blutig und schleimig wurde ich in eine ebensolche Welt gedrückt.
Für mein Leben gibt es keinen Leihschein mit Rückgaberecht.
Doch auch Verantwortlich wurde ich nicht per Geburt, sondern mit dem Wachsen des eigenen Geistes, welcher in Freiheit Aufgaben übernimmt und für diese Aufgaben verantwortlich ist ... und sei es nur, dass ich der Welt etwas von dem Gefühl der Geborgenheit des Frotteehandtuchs wieder gebe, mit welchem sie mich ohne Vorurteil empfangen hat.

Das Leben als Illusion oder Illusionen leben ... mir doch egal - ich LEBE.

Liebe Grüße,
Bernhard

Penta
18.01.2010, 16:29
Dali hatte eine enorme Vorstellungskraft wie die meisten Surrealisten, Fuchs etc, aber nur weil man ein enormes Hintergrundwissen haben muss um solche Werke zu schaffen.



Danke, dass du mir das Stichwort für eins meiner Lieblingsbücher gegeben hast: Ernst Fuchs: Architectura Caelestis - Die Bilder des verschollenen Stils. Darin erklärt sich ein manchmal prophetisch inspirierter Maler von höchster Intelligenz, der wie da Vinci über umfassende vielfältige Kenntnisse verfügt und keine technischen Probleme zu kennen scheint, um Kunstwerke zu erschaffen. Das Buch ist eine wahre Fundgrube.

Jotef
19.01.2010, 08:56
(...)

Doch frage ich mich "geliehen", "geschenkt" von wem, durch wen?

"Von wem" -- mag für dich wichtiger sein als "der Unterschied" von Geschenk und Leihgabe.

Unabhängig, ob das Lebewesen "den Leih-Geber" sieht in Eltern (oder nur die Mutter ?), in Evolution (von Biologie? von Chemie? von Physik? von Astronomie?) oder im "großen Welten-Lenker", es ist und bleibt großartiger Bestandteil deiner Freiheit zu entscheiden wem DU DEIN LEBEN verdankst.


Mich hat niemand gefragt.
Blutig und schleimig wurde ich in eine ebensolche Welt gedrückt.
Für mein Leben gibt es keinen Leihschein mit Rückgaberecht.

Das streichst du besser total. Es 'passt nicht'.



Doch auch verantwortlich wurde ich nicht per Geburt, sondern mit dem Wachsen des eigenen Geistes, welcher in Freiheit Aufgaben übernimmt und für diese Aufgaben verantwortlich ist ... (.....)

Passt !



Das Leben als Illusion oder Illusionen leben ... mir doch egal - ich LEBE.

....oder das LEBEN lebt DICH.

'Der Mensch der Zukunft wird ein Erwachter sein.'

Aber, was heißt das? - Wirkliche Hilfe kann der Mensch nur von seinem Innern her erwarten, wenn er 'hinabsteigt in den Seelengrund'. Dort erfährt er das Einssein aller Geschöpfe und eine tragende Verbundenheit und Liebe. Durch diese Erfahrung wird er von innen her gewandelt: er erfährt sich eingebettet in der Ordnung und Harmonie der Schöpfung, weiß, dass er und alles eine Epiphanie (Erscheinungsform) des Göttlichen ist. Wohlwollen und Liebe brechen von innen auf. Sie kommen aus der Erfahrung der Einheit, aus der nichts herausfallen kann.

:)

Das GANZE macht Sinn in der gegenseitigen Abhängigkeit von SPRACHE + DEFINITION + WAHRHEIT + GLAUBE.

irishmason
19.01.2010, 18:03
Danke, dass du mir das Stichwort für eins meiner Lieblingsbücher gegeben hast: Ernst Fuchs: Architectura Caelestis - Die Bilder des verschollenen Stils. Darin erklärt sich ein manchmal prophetisch inspirierter Maler von höchster Intelligenz, der wie da Vinci über umfassende vielfältige Kenntnisse verfügt und keine technischen Probleme zu kennen scheint, um Kunstwerke zu erschaffen. Das Buch ist eine wahre Fundgrube.

Das war eines der ersten Buecher, die ich ueber Fuchs erworben habe. 1973.!!!! dtv. Damals hatte das Buch DM 6,80 gekostet. Ein von mir gehueteter Schatz.

Loewenstein
27.01.2010, 15:59
Mich hat niemand gefragt.
Blutig und schleimig wurde ich in eine ebensolche Welt gedrückt.Hervorragend gesagt.
Das passt, aber selbstverständlich!
… und ist übrigens ganz Tertullian, oder Johannes Chrysotomus, und andere - ein alt-christlicher Gedanke…

Für mein Leben gibt es keinen Leihschein mit Rückgaberecht.
Doch auch Verantwortlich wurde ich nicht per Geburt, sondern mit dem Wachsen des eigenen Geistes, welcher in Freiheit Aufgaben übernimmt und für diese Aufgaben verantwortlich ist ... und sei es nur, dass ich der Welt etwas von dem Gefühl der Geborgenheit des Frotteehandtuchs wieder gebe, mit welchem sie mich ohne Vorurteil empfangen hat.

Und ich stelle fest:
Manchmal ist Prosa doch erheblich besser, weil sauberer reflektiert, als es (selbst-) gefällige Reimeleien sein können, Herr Jotef…:cool:

Jens Rusch
28.01.2010, 09:37
Die Welt als Illusion !

Hunderte und aberhunderte von Malen ist man zusammengesessen, ist von den Illusionen und Weltbildern versucht worden, wird müde im Anbetracht der Möglichkeiten eine bestimmte
ultimative Schein Welt Welt -----------Illusion kreieren zu können
Eine unglaubliche Flut an Glaubenssystemen und Weltbildern kann uns täglich erfassen. Ob aus Politik, Religion, Philosophie, Kunst, Internet, Nachrichten, Broschüren....
Woran glauben wir ?

Was passiert, wenn man an gar nichts mehr glaubt?

Mal eine Frage zur Information: Du nennst Dich hier DIAZIFERO und wohnst in meiner Nachbarschaft Hanerau Hademarschen. Dein Eröffnungs-Posting fand ich xxx.politikstube.de/forum/f136/deutschland_welt_illusion-19117/"]hier ebenfalls in identischer Form:


Die Welt als Illusion !

Hunderte und aberhunderte von Malen ist man zusammengesessen, ist von den Illusionen und Weltbildern versucht worden, wird müde im Anbetracht der Möglichkeiten eine bestimmte
ultimative Schein Welt Welt -----------Illusion kreieren zu können
Eine unglaubliche Flut an Glaubenssystemen und Weltbildern kann uns täglich erfassen. Ob aus Politik, Religion, Philosophie, Kunst, Internet, Nachrichten, Broschüren....
Woran glauben wir ?

Was passiert, wenn man an gar nichts mehr glaubt?

Also fast wörtlich. Ist das im xxx.politikstube.de/forum/f136/deutschland_welt_illusion-19117/"]Theologieforum ebenfalls von Dir gepostet worden?

Wenn ja, mit welcher Zielsetzung? Möchtest Du die Antworten von Theologen und Freimaurern vergleichen?

Übrigens, eine schöne Zitatsammlung zum Thema gibt es hier: bei Wikiquote

Schönstes Zitat dortselbst: "Realität ist die Illusion, die durch den Mangel an C2H5OH verursacht wird." - Spruch in einer Toilette des Institutes für Chemie in der Takustrasse, FU-Berlin, 1991

irishmason
28.01.2010, 12:33
"Realität ist die Illusion, die durch den Mangel an C2H5OH verursacht wird." - Spruch in einer Toilette des Institutes für Chemie in der Takustrasse, FU-Berlin, 1991

Ethanol gibt es sogar in Sauerkraut 0.5% und in einer Banane 1%. Leute, esst mehr Obst.:rofl:

sucher
29.01.2010, 08:56
Ethanol gibt es sogar in Sauerkraut 0.5% und in einer Banane 1%. Leute, esst mehr Obst.:rofl:

Du hast den Apfelsaft vergessen!!
Nach 10 Litern hast du ungefähr einen Doppelten drin. :dizzy:

Ups wir schweifen ab.

Hans-Dieter Bertuch
29.01.2010, 09:14
Ups wir schweifen ab.:offtopic:
Das denke ich auch und werde dieses Thema schließen...

Hans-Dieter Bertuch
Moderator

Jotef
08.08.2010, 08:04
Manchmal ist Prosa doch erheblich besser, weil sauberer reflektiert, als es (selbst-) gefällige Reimeleien sein können, Herr Jotef…:cool:

Weil (nach dieser Loewenstein-Ansicht) Prosa (nur) manchmal besser ist als Reime, reime ich hier noch ein bisschen was nach. Übrigens ganz bewusst eingedenk des Titels dieser Seite "Die Welt als Illusion". Auch kling-klang-Musik kommt als Illusion daher.

Eine Ausstellung im Kunsthaus der HYPO-Bank in München trug den Titel REALISMUS -- DAS ABENTEUER DER WIRKLICHKEIT kam zwar total ungereimt daher, kam aber summasummarum sehr aufwendeig zum selben Ergebnis wie ich mit meinen Reimen.


M E I S T E R M U S I K (2010)

DER MENSCH, VERKLÄRT ZUM GOTT--IDOL,
IST FUNK-SPRACH-TECHNISCH EIN DIPOL,
EMPFÄNGT UND SENDET ENERGIEN,
MUSIKALISCH GANZ VOLL HARMONIEN.

KLASSISCH IST EIN SOLCHER FALL
ZU BEWUNDERN ÜBERALL ,
WO -- GEGENSÄTZLICH -- FRAU + MANN
VEREINEN SICH ZUM ZWEI-GESPANN.

ERSTGEGENSÄTZE BRINGEN
SEELENKÖRPER ZUM ERKLINGEN,
WAS HARMONISCH SO ABGEHT,
DASS RAUMKLANG IN DER WELT ENTSTEHT.

UM DIESEN FAKTOR ZU ERHELLEN,
TAUGT DAS BILD VON DEN FUNKWELLEN,
DIE BEKANNTLICH AUS ZWEI TEILEN
TOTAL VEREINT DURCHS WELTALL EILEN.

ELEKTRO-MAGNETISCH, SO HEISSEN SIE
ALS INBEGRIFF VON ENERGIE,
WENN SIE 'VERZAHNT' SIND GANZ GENAU,
WIE EBEN MANCHMAL MANN + FRAU.

WAS DAS ABER ALLES SOLL?
ACH, DER MENSCH IST WUNDERVOLL,
WENN AM ENDE IHM GELINGT,
DASS DIE GANZE SCHÖPFUNG KLINGT.

WAS ALS URKNALL EINST ERKLANG,
LAUT-TÖNEND UND IM DONNERGANG
ENTSPRACH IN WAHRHEIT MÄUSCHCHEN-STILLE
DEM SCHÖPFERPLAN UND SEINEM WILLE.


DAS UMZUSETZEN AUF DAS KLIMA,
MACHT ERST MEISTERMUSIK PRIMA
WEIL ES AUCH NOCH DEM ENTSPRICHT,
WAS ANFING MIT ES WERDE LICHT.


(31.7. 2010 - JuergenFriedrich@gmx.de (JuergenFriedrich@gmx.de))