Vollständige Version anzeigen : Philosophie - als solche
Liebe Nutzer und Leser dieses Forums!
Eines vorweg: ich liebe von Jugend an philosophische Betrachtungen, Diskussionen etc. Schon seit damals, vor mehr als zwanzig Jahren, und auch heute noch bemühe ich mich, eines nie aus dem Gedächtnis zu verlieren, nämlich, was Philosophie vom Wortsinn her bedeutet. "Liebe zur Weisheit" - nur drei Worte, aber doch eine solche Fülle an Gedanken, die sich damit verknüpfen lassen! Ich bin dafür, vor jede philosophische Erörterung die innerliche Betrachtung über den Sinn des Begriffs der Ph. zu stellen, damit man sich vorher darüber im klaren ist, was man zu tun beabsichtigt. Ich unterstelle niemandem, daß er das nicht täte, halte es aber für wichtig, sich von Zeit zu Zeit daran zu erinnern, was "Liebe", was "Weisheit" und was "Liebe zur Weisheit" ist. Ich habe meine Deutungen so einigermaßen gefunden (werde sie bei Bedarf auch gern hier ausbreiten) - wie denkt Ihr darüber?
Ich habe meine Deutungen so einigermaßen gefunden (werde sie bei Bedarf auch gern hier ausbreiten) - wie denkt Ihr darüber?
Lieber Paul,
willkommen hier im Forum königliche Kunst.
Genau die hier von Ihnen angedeutete Empfehlung, sich doch hin und wieder mal den wahren Sinn eines oft verwendeten Wortes vor Augen zu führen, lässt sich prinzipiell für manche Betrachtung nahelegen.
Eines der Worte wo ich genau dies das erste mal bewußt getan habe und noch immer tue, ist das Wort "Enttäuschung". Hinter dem eigentlich von uns oft negativ besetzten Wort, was ja fast immer mit einer schlechten Erfahrung mit einer einem selbst nahestehenden Person verbunden ist, verbirgt sich bei genauer Betrachtung des Sinns durchaus etwas positives.
Das "ENT" in enttäuscht, deutet darauf hin, das man von etwas befreit wird, oder das etwas beiseite getan wird. Wie in "entlassen" (mal nicht auf die Arbeit bezogen), "entsalzen" (entziehen von Salz) , "entwässern" und so weiter. So werde ich mit einer "ENTTÄUSCHUNG" von einer Täuschung befreit. Fast immer ist dies aber eine Täuschung die ich selbst über einen anderen Menschen in dessen Fehleinschätzung zu verantworten habe. Ich war der Meinung das er dies oder jenes Verhalten an den Tag legen würde, diese oder jene Leistung sicher erbringen würde, ohne dies aber mit Bestimmtheit vorher wissen zu können. Mir zeigt diese Vertiefung in die Bedeutung dieses Wortes, das ich für einige Dinge im Leben durchaus selbst verantwortlich bin. Wie eben die Meinung die ich mir über einen Menschen mache. Natürlich lässt sich so etwas gar nicht vermeiden das ich Menschen um mich herum einschätze. Das geht gar nicht anders. Wohl aber kann ich so meine Reaktion bei einer "Enttäuschung" besser selbst verarbeiten und lenken, wenn ich mir klar bin das diese Enttäuschung nur entstehen konnte, weil ich etwas anderes erwartet habe.
liebe Grüße, aus Arnstadt
sucher
Resonator
17.08.2009, 19:39
Philosophie, als "Liebe zur Wahrheit".
Sie sollte uns zu einer "Ganzheitlichen Sicht" der Dinge führen.
Ein Werkzeug aus der Evolution, zur Evolution.
Gruß Andreas
salve Paul,
Signaturen werden ja in der Regel mit Bedacht gewählt:
-diese Stunde könnte deine letzte sein- (korrekt soweit?)
Ist gewonnene Weisheit in dem Bewußtsein zu leben, dass da nichts wirklich unerledigtes ist, dass man abtreten kann, zu jeder Sekunde?
Grüße, m3we
Resonator
17.08.2009, 20:21
...Ist gewonnene Weisheit in dem Bewußtsein zu leben, dass da nichts wirklich unerledigtes ist, dass man abtreten kann, zu jeder Sekunde?
Grüße, m3we
Löwenstein hats mal angeschnitten,
so erlaubt der Begriff "Kairos" meiner Meinung nach eher eine "Philosophische Betrachtung" der Zeit.
Zur rechten Zeit (dem Augenblick) das richtige zu tun.
Ich selber vertrete die Meinung das es auch Platz für unerledigtes geben darf, dessen sogar manches mal bedarf.
Gruß Andreas
salve Paul,
Signaturen werden ja in der Regel mit Bedacht gewählt:
-diese Stunde könnte deine letzte sein- (korrekt soweit?)
Ist gewonnene Weisheit in dem Bewußtsein zu leben, dass da nichts wirklich unerledigtes ist, dass man abtreten kann, zu jeder Sekunde?
Grüße, m3we
Hallo, m3we,
die Übersetzung ist korrekt, und die Signatur ist tatsächlich mit Bedacht gewählt. Den Satz habe ich wärend der Abiturzeit gewählt und mich bemüht, ihn nie ganz aus dem Blick zu verlieren. Damals habe ich wirklich so gelebt, als könne ich abtreten, ohne etwas Unerledigtes zu hinterlassen, ja ich ging sogar so weit zu behaupten, ich bräuchte nicht einmal mehr meinen 30. Geburtstag erleben, da zuvor schon genügend gewesen war. Nun bin ich 43 und sehe manches gelassener, auch dieses Motto. Ich versuche, um es freimaurerisch zu formulieren (obwohl ich keiner bin), "am rauhen Stein" zu arbeiten - nicht immer gelingt das, und immer wird etwas unerledigt bleiben. Um manches davon mag es schade sein, anderes mag verzichtbar sein. Der Tod gehört zu unserem Leben, und ihn nicht zu verbannen und zu ignorieren, halte ich für wichtig - "memento mori". Das Motto mahnt "nur" zur steten Aufmerksamkeit und kann möglicherweise zu einem Tod führen, der nicht von Angst, Furcht und Schrecken, sondern von Dankbarkeit und Demut geprägt ist.
Viele Grüße zurück
Paul
Lieber Paul,
willkommen hier im Forum königliche Kunst.
Genau die hier von Ihnen angedeutete Empfehlung, sich doch hin und wieder mal den wahren Sinn eines oft verwendeten Wortes vor Augen zu führen, lässt sich prinzipiell für manche Betrachtung nahelegen. Eines der Worte wo ich genau dies das erste mal bewußt getan habe und noch immer tue, ist das Wort "Enttäuschung" [...] liebe Grüße, aus Arnstadt
sucher
Hallo sucher,
vielen Dank für die Antwort und das schöne Beispiel dafür, wie wir uns gelegentlich genauer mit dem eigentlichen Wortsinn beschäftigen sollten - das trifft sicher auf "Philosophie" ebenso zu wie auf "Enttäuschung". Ihre Erklärung ist sehr schön. Gerade die Vorsilbe "ent-" ist im Deutschen sehr interessant - spontan fällt mir "entäußern" ein oder auch "entblöden" (letzteres ein Lieblingswort meines Vaters: "Er entblödete (oder erfrechte) sich, dies oder jenes zu tun").
Liebe Grüße aus Erfurt,
Paul
Signaturen werden ja in der Regel mit Bedacht gewählt
Was bedeutet dieser Satz?
Was bedeutet dieser Satz?
Zunächst spricht er im Allgemeinen für sich selbst und bedarf keiner Erläuterung - hier bezieht sich speziell auf die Möglichkeit, dass sich die Essenz oder Teile der gefundenen Deutungen (s.d. Eröffnungsbeitrag) in der Signatur spiegeln könnten.
Hans-Dieter Bertuch
18.08.2009, 22:52
Was bedeutet dieser Satz?... hier sind (eher) die Signaturen unter den Beiträgen gemeint, nicht - wie man mißverstehen könnte - die Signaturen von Kunstwerken.
Ahh! Danke für den Hinweis!
Moderatorentätigkeit at its Sin n´ best :)
Künstlersig! Da wäre ich nie darauf gekommen - so vernagelt kann Mann sein!
Grüße, m3we
irishmason
19.08.2009, 11:10
Lieber Paul, die von Ihnen beschriebene Philosophie finde ich persönlich sehr gut und einleuchtend und auch sehr freimaurerisch.
Kein Leben ohne Tod, kein Tod ohne Leben.
...und man sollte in der Tat so leben, als wenn es der letzte Tag sei.
Gruss an mein Geburtsland Thüringen und an Sie
Hallo, m3we,
die Übersetzung ist korrekt, und die Signatur ist tatsächlich mit Bedacht gewählt. Den Satz habe ich wärend der Abiturzeit gewählt und mich bemüht, ihn nie ganz aus dem Blick zu verlieren. Damals habe ich wirklich so gelebt, als könne ich abtreten, ohne etwas Unerledigtes zu hinterlassen, ja ich ging sogar so weit zu behaupten, ich bräuchte nicht einmal mehr meinen 30. Geburtstag erleben, da zuvor schon genügend gewesen war. Nun bin ich 43 und sehe manches gelassener, auch dieses Motto. Ich versuche, um es freimaurerisch zu formulieren (obwohl ich keiner bin), "am rauhen Stein" zu arbeiten - nicht immer gelingt das, und immer wird etwas unerledigt bleiben. Um manches davon mag es schade sein, anderes mag verzichtbar sein. Der Tod gehört zu unserem Leben, und ihn nicht zu verbannen und zu ignorieren, halte ich für wichtig - "memento mori". Das Motto mahnt "nur" zur steten Aufmerksamkeit und kann möglicherweise zu einem Tod führen, der nicht von Angst, Furcht und Schrecken, sondern von Dankbarkeit und Demut geprägt ist.
Viele Grüße zurück
Paul
dass sich die Essenz oder Teile der gefundenen Deutungen (s.d. Eröffnungsbeitrag) in der Signatur spiegeln könnten.
Hm? Könnten Sie erklären, ob der Begriff 'Essenz' hier philosophisch, scholastisch, alichmistisch oder biologisch gemeint ist? Vielleicht wird mir dann die Spiegelung zur Signatur klarer, die Essenz[?] der Signatur.
NOAH
Hm? Könnten Sie erklären, ob der Begriff 'Essenz' hier philosophisch, scholastisch, alichmistisch oder biologisch gemeint ist? Vielleicht wird mir dann die Spiegelung zur Signatur klarer, die Essenz[?] der Signatur.
NOAH
(Gerade auch unter Miteinbeziehung Ihres ersten postings im thread) ganz einfach:
nein...
Schönen Abend noch ;)
(Gerade auch unter Miteinbeziehung Ihres ersten postings im thread) ganz einfach:
nein...
Schönen Abend noch ;)
-.-
BernhardL
24.08.2009, 12:35
.
...und man sollte in der Tat so leben, als wenn es der letzte Tag sei.
Ich will jeden Tag so leben, als wenn es mein erster Tag wäre.
Mit unvoreingenommener Neugier, Freude und Tatendrang im Herzen
und nicht mit dem Atemzug des Abschieds.
Ob dies dann Liebe zur Weisheit oder doch nur Torheit ist,
wer mag da ein Urteil fällen?
Liebe Grüße,
Bernhard
irishmason
24.08.2009, 20:28
Ich will jeden Tag so leben, als wenn es mein erster Tag wäre.
Lieber Bernhard, dem kann ich was abgewinnen, offen, neugierig, erstaunt und aufnahmebereit, ja, nicht schlecht:yes:
Resonator
24.08.2009, 20:48
Ich will jeden Tag so leben, als wenn es mein erster Tag wäre....
Das ist nicht, "nicht schlecht", es ist grandios!
Lieber Bernhard, wenn du wüsstest wie ich dich beneide!
Gruß Andreas
BernhardL
24.08.2009, 21:18
Das ist nicht, "nicht schlecht", es ist grandios!
Lieber Bernhard, wenn du wüsstest wie ich dich beneide!
Gruß Andreas
Wenn ich doch auch nur annähernd könnte, wie ich wollte :(
Resonator
24.08.2009, 22:10
Wenn ich doch auch nur annähernd könnte, wie ich wollte :(
Oh ,- lag ich so daneben :o, ich verstand es als geistige Lebenseinstellung und nicht als Selbstverwirklichung auf der materiellen Ebene :confused:?
Gruß Andreas
... ich verstand es als geistige Lebenseinstellung und nicht als Selbstverwirklichung auf der materiellen Ebene ... Diese Antwort hat mich sehr berührt und zum Nachdenken angeregt - Danke!
Gruß, m3we
BernhardL
25.08.2009, 08:09
Oh ,- lag ich so daneben :o, ich verstand es als geistige Lebenseinstellung und nicht als Selbstverwirklichung auf der materiellen Ebene :confused:?
Gruß Andreas
Es ist eine geistige Lebenseinstellung,
welche ich versuche jeden Tag aufs neue zu leben
...aber Realität und Gefühle spielen dann manchmal nicht so mit.:cool::eek::rolleyes:
Resonator
25.08.2009, 12:14
Es ist eine geistige Lebenseinstellung,
welche ich versuche jeden Tag aufs neue zu leben
...aber Realität und Gefühle spielen dann manchmal nicht so mit.:cool::eek::rolleyes:
Auch auf die Gefahr hin hier Off-Topic zu geraten!
Sehe ich für mich die Problematik lediglich darin, das wahrgenommene Gefühl von der ausgelösten, und auslösenden Emotion trennen zu können.
(Der Emotion ausgeliefert sein)
Einen Intuitiven Standpunkt als reiner Beobachter, oder aber die Wahrgenommenen Gefühle der reinen kognitiven Bearbeitung zuzuführen erscheint mir sehr schwer und nur mit mentaler Vorarbeit möglich.
Weiteres gerne auch per PN.
Gruß Andreas
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