Vollständige Version anzeigen : Frage zur persoenlichen Aggressivitaet, Hemdsaermeligkeit
Hallo!
Wie tolerant geht eigentlich die Freimaurerei mit dem natürlichen Aggressionspotential um? Wenn Männer diskutieren, dann kann das doch auch mal hemdsärmeliger zugehen - muss man sich dann verstellen, oder wird auch mal ein lauterer Ton akzeptiert?
Gruß, m3we
Ich bin kein Freimaurer, aber es ist zu vermuten, daß man unter Freimaurern all das antrifft, was bei Menschen eben anzutreffen ist.
Andererseits geht es darum Brüderlichkeit und Zusammenhalt
zu stärken.
Darum kann es nicht Sinn der Sache sein, herumzuzanken oder zu polarisieren.
Damit meine ich, daß es sehr schlecht wäre, wenn sich Klübchen bilden, die gegeneinander arbeiten.
Ich gehe davon aus, daß ein Freimaurer bemüht ist den Bruder zu respektieren.
Wenn Männer sich gegenseitig einmal "anraunzen" finden sie für gewöhnlich zum schnell zum gegenseitigen Respekt zurück.
Wenn jemand etwas ernsthaft "schief " gegangen ist , gehört es zur Arbeit an sich selbst, die Sache wieder gerade zu rücken.
Imponiergehabe oder das Pflegen von Feindbildern hat in der Loge sicher keinen Platz.
Das in einer Diskussion Emotionen hochkochen können finde ich normal.
Ein grundsätzlich rauer Ton, ein sich einschleifender harscher Zungenschlag.
Ständig erhobene Stimmen werden wohl kaum geduldet.
Zumindest habe ich das als Nicht- Freimaurer so verstanden.
Beste Grüße
Kater
Zumindest habe ich das als Nicht- Freimaurer so verstanden.
Dann haben sie das ganz wunderbar verstanden Kater! :yes:
Da gibt es kaum noch etwas hinzuzufügen.
m3we schrieb:
Wie tolerant geht eigentlich die Freimaurerei mit dem natürlichen Aggressionspotential um? Wenn Männer diskutieren, dann kann das doch auch mal hemdsärmeliger zugehen - muss man sich dann verstellen, oder wird auch mal ein lauterer Ton akzeptiert?
lieber m3we,
das kann in der Tat mal vorkommen, das sich ein Bruder über etwas so ereifert, das er etwas lauter wird. Da ihm aber im Normalfall in einer FM Loge kein gleichlautes Echo zurückschallt,
kann eine solche Stuation eigentlich nicht eskalieren.
Wenn also keiner "zurückschreit", macht es für den aufgeregten Bruder keinen Sinn weiter laut zu sein.
Es gehören zu einem Streit immer 2 dazu. Einer der anfängt, und einer der mitmacht. :discuss1:
Grüße,
Tobi
Von der Seite der Freimaurer gibt es ettliche beeindruckende Aussagen zum Thema
Aus der Internetseite der Freimaurerloge „Georg zur Dithmarscher Treue“
"Freimaurerei hält den Widerstreit der Ansichten für unvermeidlich.
Das bedeutet für den Freimaurer, bei Auseinandersetzungen stets davon auszugehen, dass die Beweise der Gegenseite nicht weniger rechtmäßig sein können, weshalb es für ihn nur Lösungen geben kann, die keine Selbstaufgabe, weder der einen noch der anderen Seite verlangen und die ohne Gewaltanwendung durchzusetzen ist."
___________________
"Aber genug der Vorrede, was Sie unbedingt über uns Brüder wissen müssen ist:
Wären wir alle schon ideale Menschen,
dann bräuchten wir die Freimaurerei nicht.
Wenn Sie wirklich auf Ihrem Vorsatz beharren und an die Pforte unseres Tempel klopfen, dann werden auch Sie sich - so wie so ziemlich alle Brüder und zu allen Zeiten - über kurz oder lang ganz bestimmt zuweilen mal fragen: "Was macht eigentlich der und der in einer Freimaurerloge?
Wie ist der nur in diesen Bund gekommen? So verhält sich doch kein Freimaurer!"
Wenn - und so etwas hat es immer schon gegeben und wird es immer wieder einmal geben - wenn also trotz allem "Strebend-sich-Bemühens" aus brüderlichen Streitgesprächen ganz unbrüderliches Gezänk wird, wenn Neid, Eitelkeiten, Rechthaberei und andere Erscheinungsformen menschlichen Irrens Ihnen ab und zu die von Ihnen (und uns allen!) angestrebte brüderliche Harmonie stören, dann bedenken Sie bitte:
Die Freimaurerei war immer und ist ohne jeden Tadel.
Die Brüder Freimaurer sind es niemals,
auch Sie nicht - und ich schon gar nicht!"
Richard Schöpe
____
"Welche Formen und Grenzen gilt es nun zu wahren.
Was kann und muß ich von einem Bruder erwarten?
Zunächst nur das eine, und das scheint das wichtigste zu sein:
Wozu ich selber nicht bereit bin, kann ich auch von meinem Bruder nicht erwarten.
Wer dem Bund der Freimaurer angehört, muß ein freier Mann von gutem Ruf sein.
Als socher muß er im Bund das Recht haben, seine Meinung frei zu äußern - wie andererseits seine Brüder verpflichtet
sind, diese Meinung anzuhören. Niemand verlangt, daß sie ihr zustimmen - aber sie müssen die Meinung des Bruders tolerieren"
Kurt-Gerhard Islar
Beste Grüße
Kater
Besten Dank an Kater und sucher für die Antworten, besonders an Kater für das Heraussuchen der Zitate.
> Zusammenreissen ja, Masken nein <
So habe ich das bis jetzt für mich zusammengefasst.
Gruß, m3we
> Zusammenreissen ja, Masken nein <
So habe ich das bis jetzt für mich zusammengefasst.
Gruß, m3we
Richtig!
Selbstbeherrschung für sich, Respekt für den Anderen.
Masken, bzw Verstellung ...da sprechen Sie etwas an....
Bewust getragene Masken, wozu werden die dienen?
Doch um anderen etwas vorzumachen, sei es aus Eigennutz, oder aus Furcht nicht akzeptiert zu werden.
Diese Masken werden sich in der FM nicht halten.
Anders ist es mit den vielen Masken, den Fassaden der Selbsttäuschungen, die Big Balou schon mal in einem anderen Thread erwähnte.
Zitat Big Balou:
"Das Schwerste ist, hinter die Fassaden seiner eigenen Persönlichkeit zu schauen, die man sein Leben lang errichtet hat. Denn wenn man aus dem grellen Licht der Welt durch diese Fassade hindurch tritt, scheint erst einmal Dunkelheit zu sein. Das macht Angst. Aber da ist dieses kleine Licht, auf das man hinarbeiten kann. Dieses Licht ist echt und ewig."
Nein, also in einer Gemeinschaft von Brüdern, spürt man mit der Zeit vermutlich immer mehr das man der Masken nicht bedarf.
Jeder ist wie er ist und außerdem auf dem Weg der zu werden, der er sein möchte.( Stellt sich Kater so vor)
Beste Grüße
Kater
Resonator
01.06.2009, 21:29
Hallo!
Wie tolerant geht eigentlich die Freimaurerei mit dem natürlichen Aggressionspotential um? Wenn Männer diskutieren, dann kann das doch auch mal hemdsärmeliger zugehen - muss man sich dann verstellen, oder wird auch mal ein lauterer Ton akzeptiert?
Gruß, m3we
Manchmal kann auch ein etwas lauterer Ton für klare Positionen sorgen, sollte also nicht unbedingt negativ besetzt werden.
Agressionen ausleben ist jedoch keine Lösung der Thematik, wie es in einer Loge zugeht kann ich nichts sagen, es sollte sich zumindest immer jemand finden welcher die Gemüter in Bahnen lenken kann.
Ein positives Bild für mich ist die Politik in der direkten Nachkriegszeit, da wurde noch sehr eifrig um Ideale gekämpft, wenn man Debatten dieser Zeit mit späteren vergleicht, spürt man noch das Herzblut welches in die "Sache" investiert wurde.
Ich möchte die heutige Politik nicht abkanzeln, aber ich vermisse einfach etwas.
So gibt es manches Gemüt, welches aus Höflichkeit mit seiner Ansicht hinterm Berg hält, dem tut manches mal ein etwas erhitztes Gemüt sehr gut, dieses jedoch im Griff zu behalten ist die Kunst.
Gruß Andreas
Ein positives Bild für mich ist die Politik in der direkten Nachkriegszeit, da wurde noch sehr eifrig um Ideale gekämpft, wenn man Debatten dieser Zeit mit späteren vergleicht, spürt man noch das Herzblut welches in die "Sache" investiert wurde.
Ich möchte die heutige Politik nicht abkanzeln, aber ich vermisse einfach etwas.
So gibt es manches Gemüt, welches aus Höflichkeit mit seiner Ansicht hinterm Berg hält, dem tut manches mal ein etwas erhitztes Gemüt sehr gut, dieses jedoch im Griff zu behalten ist die Kunst.
Gruß Andreas
Dir geht es hier sicher darum, daß die Spontanität und Echtheit in der Auseinandersetzung nicht verloren geht.
Das ist ein Anliegen, das ich sehr gut nachvollziehen kann.
Wenn man sich immer zurücknimmt und mit "gebremsten Schaum" argumentiert, geht einiges an Energie und Deutlichkeit verloren.
Es ist sicher so eine Gradwanderung.
Einerseits, soll es nicht zur Befangenheit untereinander kommen, andererseits soll die Sponanität nicht auf der Strecke bleiben.
Ich denke, daß die eingeschworene Gemeinschaft aus der Situation heraus verstehen wird, in welchem Geist eine Auseinandersetzung verläuft.
Es ist eine Kunst, sich zwischen Distanz und Nähe, Toleranz und Selbstbehauptung zu bewegen.
Man soll vor niemand kuschen, ebenso keinen mundtod reden.
Vorallem darf das Vertrauen untereinander keinen Schaden nehmen.
Vermutlich eine lebenslange Übung.
Beste Grüße
Kater
Hans-Dieter Bertuch
02.06.2009, 11:18
Vermutlich eine lebenslange Übung.... eine richtige Erkenntnis.
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